Bildung im Wandel: Was Eltern und Lehrer jetzt wissen müssen

Bildung im Wandel vollzieht sich heute rasanter denn je: ChatGPT erreichte eine Viertelmillion Nutzer in nur fünf Tagen, das iPhone brauchte dafür zwei Tage. Gleichzeitig sehen über 77 % der Befragten den Lehrermangel als gravierendes Problem, während die Bildung im digitalen Wandel neue Kompetenzen verlangt. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welche konkreten Herausforderungen auf Schulen zukommen, welche digitalen Kompetenzen jetzt wichtig sind und was Sie als Eltern und Lehrer praktisch tun können, um Kinder auf die digitale Zukunft vorzubereiten.

Warum Bildung im digitalen Wandel steht

Gesellschaftliche Veränderungen durch Digitalisierung

Die Digitalisierung prägt mittlerweile fast alle Lebensbereiche. Tatsächlich beschränkt sich die Verbreitung digitaler Innovationen längst nicht mehr nur auf die Berufswelt. Für sehr viele Menschen ist der private Alltag ohne Internet nicht mehr vorstellbar. Der digitale Wandel verändert soziale Strukturen so grundlegend, dass immer häufiger von einer digitalen Gesellschaft die Rede ist.

Diese gesellschaftliche Transformation zeigt sich besonders deutlich auf dem Arbeitsmarkt. Die Digitalisierung verändert die nachgefragten Qualifikationen und erforderlichen Kompetenzprofile rasant. Gleichzeitig entstehen vollkommen neue Berufe und Kompetenzprofile. Es wird ein zunehmender Bedarf an digitalen Skills in praktisch allen Bereichen sowie ein zunehmender Bedarf an qualifizierten IKT-Fachkräften festgestellt. Für ein ressourcenarmes Land wie die Schweiz ist es daher von zentraler Bedeutung, die Potenziale der Digitalisierung bestmöglich zu nutzen.

Medien- und Digitalkompetenzen sind im technologischen Wandel von zentraler Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um technische Fertigkeiten. Die Mediendidaktikerin Kerstin Mayrberger betont, dass diese Kompetenzen mehrere Aspekte umfassen: die Fähigkeit, digitale Endgeräte richtig zu nutzen, zwischen Anwendungen zu unterscheiden und sie zweckdienlich einzusetzen. Durch die Digitalisierung entwickeln sich diese Anforderungen fortlaufend weiter.

Auswirkungen auf Schulen und Lernkultur

Schulen stehen vor großen Herausforderungen, wenn es darum geht, junge Menschen auf ihre zukünftige gesellschaftliche Teilhabe vorzubereiten. Der digitale Wandel erfordert und ermöglicht neue fachdidaktische Zugänge in Schule, Hochschule und Erwachsenenbildung. Insbesondere untersucht die Forschung, welche strukturellen Veränderungen im Bildungssystem mit dem digitalen Wandel einhergehen und wie Bildungsinstitutionen den neuen Chancen und Herausforderungen begegnen.

Die Medientheoretikerin Sybille Krämer bringt es auf den Punkt: „Medien übertragen nicht einfach Botschaften, sondern entfalten eine Wirkkraft, welche die Modalitäten unseres Denkens, Wahrnehmens, Erfahrens, Erinnerns und Kommunizierens prägt“. In diesem Zusammenhang geht es um die Wechselwirkung zwischen digitalen Technologien und unseren Vorstellungen, Wahrnehmungen, unserer Kommunikation und unseren Wissensformen. Die Einführung neuer Technik bringt immer auch einen strukturellen oder kulturellen Wandel mit sich.

Zudem zeigt die Forschung, dass sich die Lernleistung nicht in jedem Fall verbessert, wenn digitale Medien eingesetzt werden. Der Lernerfolg hängt aus Sicht der Lernenden nachweislich von drei Faktoren ab: Sinnhaftigkeit, Zusammengehörigkeitsgefühl und Partizipation. Eine digitale Lernkultur hat das Potenzial, diese Bedürfnisse zu unterstützen. Es können Lernsettings geschaffen werden, in denen die Lernenden ihre Lernprozesse selbstorganisiert und individualisiert mitgestalten können.

Tempo der technologischen Entwicklung

Die Zukunft erscheint aufgrund der stetig steigenden Innovationsgeschwindigkeit und der raschen Anpassung an neue Entwicklungen immer weniger vorhersehbar. Für das Bildungssystem bleibt immer weniger Zeit, auf Veränderungen oder Innovationen angemessen zu reagieren. Individuelle Fähigkeiten und handlungsorientierte Kompetenzen werden daher in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen.

Bildung muss Menschen in die Lage versetzen, ständig Neues aufzunehmen, zu analysieren und zu begreifen. Kreativität, das Lösen von Problemen, effektives Kommunizieren, Teamarbeit und die Fähigkeit, Strategien zu entwickeln sowie Entscheidungen basierend auf den zur Verfügung stehenden Informationen zu treffen, sind dabei entscheidende Kernkompetenzen. Der Bedarf an diesen Fähigkeiten wird konstant bleiben, auch wenn sich die Art der Arbeit mit der Technologie um uns herum weiterentwickelt und verändert.

Die drei Säulen der digitalen Bildung

Für den Bildungsbereich lassen sich drei unterschiedliche Aspekte der Digitalisierung identifizieren: digitale Werkzeuge als Lehr- und Lernmittel, Digitalisierung als Fachgebiet sowie die gesellschaftliche Rolle der Schulen.

Digitale Werkzeuge im Unterricht

Der Einsatz digitaler Medien gilt für einen lebensweltnahen und zeitgemäßen Unterricht als unabdingbar. Digitale Werkzeuge wie Lern-Apps können Lernprozesse vereinfachen und zur individuellen Förderung beitragen. Ihr unterrichtlicher Einsatz fördert sowohl Fach- als auch Medienkompetenzen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass digitale Lernhilfen häufig sowohl in der Schule als auch zu Hause einsetzbar sind. Individuelles und kooperatives Lernen kann so zeit- und ortsunabhängig stattfinden.

Die Bandbreite an digitalen und häufig kostenfrei nutzbaren Werkzeugen ist riesig. Entsprechende Angebote gibt es für nahezu alle Schulformen und Fächer. Schweizer Schulen kaufen aktuell völlig unkoordiniert für Zigmillionen Franken unterschiedlichste Hardwareausstattungen ein: Während die einen Bildungseinrichtungen ganz auf Laptops und Desktop-Computer setzen, beschaffen andere Schulen bewusst Tablets. Es scheint sich somit kein klarer Trend bezüglich der Endgeräteausstattung an den Schulen gebildet zu haben.

Dabei bietet sich das Anlegen einer Sammlung digitaler Werkzeuge an, in der kontinuierlich Apps und Tools eingepflegt werden. Um digitale Werkzeugsammlungen auch bundeslandübergreifend zugänglich zu machen, bietet sich die Einordnung der zu erreichenden Medienkompetenzen nach der KMK-Strategie Bildung in der digitalen Welt an. Schülerinnen und Schüler sollen sich bis zum Ende ihrer Pflichtschulzeit einen umfangreichen Katalog digitaler Kompetenzen erarbeiten können.

Digitalisierung als Fachgebiet

Der Perspektivenwechsel von der Digitalisierung als Werkzeug zum Aspekt des Fachgebiets ist fließend. Einerseits werden digitale Fähigkeiten benötigt, um die beschriebenen Werkzeuge bedienen zu können. Andererseits umfassen diese Kompetenzen auch Fachwissen rund um die Informatik und Digitalisierung.

Im Modul Medien und Informatik des Lehrplans 21 wird explizit verlangt, dass die Schülerinnen und Schüler selbständig Programme anwenden und auch selbst solche entwickeln können. Programmierkenntnisse werden als Fähigkeiten erkannt, die für das Verständnis und die Mitgestaltung der digitalen Welt entscheidend sind.

Neben Vermittlung der technischen Fähigkeiten sollten die Schulen auch die Auswirkungen der Digitalisierung thematisieren. Neben den viel diskutierten Chancen und Risiken von Social Media sollten auch die ökologischen und sozialen Aspekte der Informatiknutzung behandelt werden.

Gesellschaftliche Rolle von Schulen

Beim dritten Wirkungsfeld handelt es sich um die gesellschaftliche Rolle der Schulen. Der Bildungsbereich nutzt nicht nur die Tools der Digitalisierung und vermittelt nicht bloß die fachlichen Inhalte, sondern hat auch eine aktive, normative Funktion innerhalb der Gesellschaft inne.

Der Bildungssektor gestaltet den Umgang mit Wissen, bestimmt, wie dieses geschaffen wird und ob dieses Wissen geteilt oder geheim gehalten wird. Schulen haben damit eine Vorbildfunktion und prägen die kommenden Generationen, wie sie mit dem digitalen Wissen umgehen werden. Die Wikimedia-Foundation ermöglicht das kollektive Erarbeiten von Inhalten, indem sie unter anderem Wikipedia betreibt. Schulen können diese internationale, ehrenamtlich tätige Wissensvernetzung unterstützen, indem die Schülerinnen und Schüler anlernen, selber neue Artikel zu verfassen. Das Prinzip der digitalen Nachhaltigkeit kann auch im Geografieunterricht angewendet werden, wenn mit der weltweiten Open-Geodaten-Plattform OpenStreetMap gearbeitet wird.

Neue Kompetenzen für das digitale Zeitalter

Von Wissensvermittlung zu Handlungskompetenzen

Kompetenzen sind mehr als nur Wissen. Sie beinhalten Fertigkeiten sowie Werte und Einstellungen. Kompetenzorientierte Lehre bleibt nicht bei Wissensvermittlung stehen, sondern ermöglicht immer auch die Anwendung von Wissen und Reflexion darüber. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, welche Lerninhalte vermittelt werden, sondern welche Lernergebnisse die Studierenden erreichen sollen. Dieser Perspektivenwechsel von den zu vermittelnden Inhalten zu den zu erreichenden Kompetenzen ist wesentlich, um Lernen und Kompetenzentwicklung tatsächlich zu fördern.

Future Skills sind Fähigkeiten, mit denen die immer komplexeren Herausforderungen der Zukunft gemeistert werden können. Dazu gehören klassische überfachliche Kompetenzen sowie digitale Kompetenzen. Diese sind der Schlüssel für langfristigen Erfolg am Arbeitsmarkt und grundlegend, um die digitale Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

Kritisches Denken und Problemlösung

Die Zahlen zeigen deutlichen Handlungsbedarf: 40 Prozent der Achtklässlerinnen und Achtklässler erreichen nur rudimentäre digitale Kompetenzen. Insbesondere bei der Suche nach gesicherten Informationen im Internet sind viele Schülerinnen und Schüler überfordert. Eine Sonderauswertung der PISA-Studie 2022 zeigt, dass sich 69 Prozent der 15-Jährigen kompetent fühlen, wenn sie Informationen im Internet finden wollen. Allerdings fühlen sich nur 47 Prozent in der Lage, die Qualität der gefundenen Informationen fundiert zu beurteilen. Zudem vergleichen 60 Prozent der Jugendlichen verschiedene Quellen, im OECD-Durchschnitt trifft dies auf 72 Prozent zu.

Das sogenannte 4K-Modell beschreibt vier Fähigkeiten, die für Lernende besonders bedeutsam sind: Kommunikation, Kollaboration, Kritisches Denken und Kreativität. Kritisches Denken ermöglicht es Individuen, Informationen zu bewerten, fundierte Entscheidungen zu treffen, Probleme zu lösen und innovativ zu denken. Es beinhaltet das Hinterfragen von Annahmen, das Analysieren von Argumenten und die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen.

Digitale Grundbildung und Medienkompetenz

Medienkompetenz setzt sich aus vier Dimensionen zusammen: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung. Sie äußert sich an drei Verhaltensweisen: Zugang und Nutzung, Verstehen und Bewerten sowie Gestaltung und Kommunikation. Die Kultusministerkonferenz fordert Kompetenzen in sechs Bereichen: Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren, Kommunizieren und Kooperieren, Produzieren und Präsentieren, Schützen und sicher Agieren, Problemlösen und Handeln sowie Analysieren und Reflektieren.

Mehr als 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler wünschen sich, dass die Schule sie im Umgang mit Social Media unterstützt. Darüber hinaus geben 47 Prozent zu, dass ihre Nutzungsdauer zu hoch ist.

Programmieren als Kulturtechnik

Code zu verstehen wird zu einer wichtigen Kulturtechnik. Stephan Noller betont, dass wir von Code umgeben sind. Algorithmen filtern die Nachrichten, die wir zu Gesicht bekommen. Schulen müsse jene Souveränität im Umgang mit Technologien vermittelt werden, wie sie in der Hacker- und Maker-Kultur vorgelebt werde. Gesche Joost ist überzeugt, dass Programmieren genauso eine Kulturtechnik ist wie Lesen und Schreiben. Allerdings geht es nicht nur ums Programmieren. Ludger Humbert erklärt, dass Programmieren ein Werkzeug ist, um der Modellierung eines informatischen Systems Ausdruck zu verleihen. Informatik löst auf einer wissenschaftlichen Basis Probleme und zeigt auch auf, welche Probleme nicht lösbar sind.

Praktische Herausforderungen im Schulalltag

Technische Infrastruktur und Ausstattung

Schweizer Schulen kaufen aktuell völlig unkoordiniert für Zigmillionen Franken unterschiedlichste Hardwareausstattungen ein. Während die einen Bildungseinrichtungen ganz auf Laptops und Desktop-Computer setzen, beschaffen andere Schulen bewusst Tablets. Weitere Schulen wenden Lernsticks an, bei dem alle einen USB-Stick mit Linux und Bildungsanwendungen erhalten. Es scheint sich kein klarer Trend bezüglich der Endgeräteausstattung gebildet zu haben.

Selbst Educa, die Fachagentur für den digitalen Bildungsraum, äußert sich nicht zur Frage der Hardwarewahl. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Immer noch sehen 50 Prozent der Lehrkräfte großen Verbesserungsbedarf bei der technischen Ausstattung. An Schulen in benachteiligten Lagen liegt dieser Wert bei 61 Prozent.

Software und Lernplattformen

Das Ausmaß von E-Learning-Angeboten hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. In den letzten Jahren hat sich unter dem Begriff Educational Technology eine aufstrebende Branche von informatiknahen Start-ups gebildet, die innovative Digitalanwendungen im Bildungsbereich anbieten.

Im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie haben die Kultusministerien für alle Schulen kostenfreie Bildungsplattformen eingerichtet. Dabei handelt es sich teils um reine Sammlungen von Unterrichtsmaterial, um Cloud-Dienste, um Software zur Schulverwaltung, häufig aber auch um umfangreiche Lernmanagementsysteme. Baden-Württemberg stellt Schulen das Lernmanagementsystem Moodle kostenfrei zur Verfügung, Bayern nutzt mebis, Berlin den Lernraum Berlin.

Lehrerfortbildung und digitale Kompetenz

Die Weiterentwicklung der digitalen Kompetenzen von Lehrpersonen in fachwissenschaftlicher, fachdidaktischer und mediendidaktischer Hinsicht steht im Mittelpunkt. Lehrpersonen und Schulleitungen soll ein möglichst personalisiertes, bedarfsgerechtes, flexibles und dynamisches Weiterbildungsangebot bereitgestellt werden.

Die Angebote zielen darauf ab, fachliche und methodische Sicherheit im Umgang mit digitalen Medien zu gewinnen und diese lernwirksam in den Unterricht zu integrieren. Allerdings fühlen sich nur 51 Prozent der Lehrkräfte auf diese Aufgabe vorbereitet, obwohl sich 69 Prozent als kompetent einschätzen.

Datenschutz und Sicherheit

Datenschutz spielt in der digitalen Welt eine entscheidende Rolle. Bevor Lehrkräfte eine App im Unterricht nutzen, müssen sie sichergehen, dass sie damit datenschutzkonform arbeiten. Das lässt sich allerdings oft gar nicht auf den ersten Blick erkennen. Viele Lehrkräfte fühlen sich bei Fragen zum Datenschutz alleingelassen und fordern verbindliche Vorgaben von den Schulverwaltungen und Datenschutzbehörden.

Was Eltern und Lehrer jetzt tun können

Rolle der Eltern in der digitalen Bildung

Der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer fordert in einem Positionspapier obligatorische Kurse für Eltern von Kindern an der Volksschule. Die Forderung mag auf den ersten Blick provokativ wirken, doch der Hintergrund ist klar: Praktisch alle Jugendlichen in der Schweiz ab 12 Jahren besitzen ein Handy und nutzen soziale Medien. Die Begleitung durch Eltern ist dabei zentral, denn Medienkompetenz beginnt nicht mit der eigenen Nutzung, sondern durch die Erfahrung der Vorbilder.

Kinder beobachten genau, wie Erwachsene mit Smartphone und Computer umgehen. Sind Eltern viel am Smartphone, wird dem Gerät schnell eine hohe Wichtigkeit zugeschrieben. Die Vorbildrolle bietet jedoch eine Chance: Eltern können ihren Kindern vorleben, dass man sich nicht durch das Handy ständig ablenken lässt. Gleichzeitig sollten Vorschul- und Kindergartenkinder bei der Mediennutzung begleitet werden, um Fragen direkt zu beantworten und digitale Erlebnisse gemeinsam zu genießen.

Eine Einschränkung von Inhalten und Nutzungsdauer liegt in der Verantwortung der Erwachsenen. Dabei helfen klare Regeln, die idealerweise gemeinsam mit dem Kind aufgestellt werden. Die Unterstützung kann je nach Verhalten und Lernfähigkeit des Kindes nach und nach reduziert werden. Kinder von digitalen Medien fernzuhalten ist weder sinnvoll noch realistisch. Stattdessen geht es darum, ihnen einen verantwortungsbewussten Umgang vorzuleben und altersgerechte Inhalte zu wählen.

Unterstützung durch Lehrkräfte

Fast 80 Prozent der Lehrkräfte befürworten verpflichtende Schulungen zu digitalen Themen. Allerdings fehlt es vielerorts an strukturierten, qualitätsgesicherten Weiterbildungsangeboten. Die PH Zürich unterstützt Lehrpersonen dabei, sich mit den Möglichkeiten und der Tragweite des digitalen Wandels auseinanderzusetzen, und stellt vielfältige, praxisnahe Lehrmittel zur Verfügung.

Um dieser Aufgabe gewachsen zu sein, müssen Lehrkräfte selbst in Studium und Weiterbildung einen kritisch-reflexiven Umgang mit digitalen Medien erfahren. Externe Bildungsdienstleister können konkrete Hilfe leisten, indem sie nicht nur technische Anwendungen, sondern auch medienpädagogische Fragen behandeln.

Gemeinsame Kommunikation und Austausch

Beide Seiten wünschen sich eine transparente, offene und objektive Kommunikation. Für Eltern ist dabei wichtig zu verstehen, dass in einem Klassenraum mehr als nur das eigene Kind sitzt. Je konkreter eine Situation angesprochen wird, desto schneller können Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden. Lehrkräfte sollten klar kommunizieren, wie und wann sie erreichbar sind.

Zeitgemässe Bildungsräume schaffen

Die Gestaltung des Lernumfelds kann fördernde, aber auch hindernde Auswirkungen auf das Lernen haben. Schulen, die individualisiertes und digitales Lernen verankern wollen, stoßen früher oder später auf die Frage der Raum- und Flächennutzung. Flexible Elemente in Architektur und Design ermöglichen sowohl kooperatives als auch individuelles Lernen und fördern damit problemlösendes und kreatives Denken. Entsprechend sollten Pädagoginnen und Pädagogen in Umstrukturierungsprozesse eingebunden werden.

Schlussfolgerung

Der digitale Wandel im Bildungsbereich erfordert ein gemeinsames Handeln von Eltern, Lehrkräften und Schulen. Wir haben gesehen, dass es dabei nicht nur um technische Ausstattung geht, sondern vor allem um neue Kompetenzen wie kritisches Denken, Medienkompetenz und Problemlösung. Gleichzeitig brauchen Lehrkräfte strukturierte Weiterbildungen und Eltern müssen ihre Vorbildfunktion aktiv wahrnehmen.

Letztendlich gelingt die digitale Bildung nur durch offene Kommunikation und gegenseitiges Verständnis. Beginnen Sie jetzt damit, klare Regeln für die Mediennutzung aufzustellen und nutzen Sie verfügbare Ressourcen für den kompetenten Umgang mit digitalen Werkzeugen. Dabei sollten Sie immer im Blick behalten, dass Kinder nicht nur Konsumenten, sondern aktive Gestalter der digitalen Welt werden müssen.

FAQs

Q1. Welche digitalen Kompetenzen sind für Schülerinnen und Schüler heute besonders wichtig? Neben technischen Fertigkeiten sind vor allem die sogenannten 4K-Kompetenzen entscheidend: Kommunikation, Kollaboration, Kritisches Denken und Kreativität. Dazu gehört die Fähigkeit, Informationen im Internet zu finden und deren Qualität zu beurteilen, digitale Werkzeuge sinnvoll einzusetzen sowie Medieninhalte zu verstehen, zu bewerten und selbst zu gestalten. Auch Grundkenntnisse im Programmieren werden zunehmend als wichtige Kulturtechnik angesehen.

Q2. Wie können Eltern ihre Kinder beim Umgang mit digitalen Medien unterstützen? Eltern sollten eine aktive Vorbildfunktion einnehmen und selbst einen bewussten Umgang mit Smartphone und Computer vorleben. Wichtig ist die gemeinsame Mediennutzung, besonders bei jüngeren Kindern, um Fragen direkt beantworten zu können. Klare Regeln zur Nutzungsdauer und zu Inhalten sollten idealerweise gemeinsam mit dem Kind aufgestellt werden. Kinder komplett von digitalen Medien fernzuhalten ist weder sinnvoll noch realistisch – es geht vielmehr um einen verantwortungsbewussten Umgang.

Q3. Vor welchen praktischen Herausforderungen stehen Schulen bei der Digitalisierung? Schulen kämpfen mit uneinheitlicher technischer Ausstattung, da es keinen klaren Trend bei der Wahl von Endgeräten gibt. Etwa 50 Prozent der Lehrkräfte sehen großen Verbesserungsbedarf bei der technischen Infrastruktur. Hinzu kommen Unsicherheiten beim Datenschutz, wobei sich viele Lehrkräfte bei der rechtssicheren Nutzung von Apps alleingelassen fühlen. Zudem fehlt es oft an strukturierten Weiterbildungsangeboten, obwohl fast 80 Prozent der Lehrkräfte verpflichtende Schulungen zu digitalen Themen befürworten.

Q4. Warum reicht reine Wissensvermittlung im digitalen Zeitalter nicht mehr aus? Die rasante technologische Entwicklung macht es unmöglich, alle zukünftigen Anforderungen vorherzusehen. Deshalb sind Handlungskompetenzen wichtiger als reines Faktenwissen. Schülerinnen und Schüler müssen lernen, ständig Neues aufzunehmen, zu analysieren und anzuwenden. Kreativität, Problemlösungsfähigkeit, effektive Kommunikation und die Fähigkeit, fundierte Entscheidungen zu treffen, bleiben auch bei sich verändernden Technologien konstant wichtig.

Q5. Welche Rolle spielen Schulen in der digitalen Gesellschaft über den Unterricht hinaus? Schulen haben eine aktive gesellschaftliche Funktion und prägen, wie kommende Generationen mit digitalem Wissen umgehen. Sie bestimmen mit, wie Wissen geschaffen, geteilt oder geheim gehalten wird, und haben damit eine wichtige Vorbildfunktion. Schulen können beispielsweise digitale Nachhaltigkeit fördern, indem sie Schülerinnen und Schüler anleiten, an kollaborativen Projekten wie Wikipedia oder OpenStreetMap mitzuwirken und so die Prinzipien des offenen Wissensaustauschs zu vermitteln.


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