{"id":113,"date":"2026-04-09T15:12:15","date_gmt":"2026-04-09T15:12:15","guid":{"rendered":"https:\/\/aroew.de\/?p=113"},"modified":"2026-04-09T15:12:20","modified_gmt":"2026-04-09T15:12:20","slug":"von-dem-was-bleibt-warum-veraenderung-nicht-alles-ausloescht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aroew.de\/?p=113","title":{"rendered":"Von dem was bleibt: Warum Ver\u00e4nderung nicht alles ausl\u00f6scht"},"content":{"rendered":"\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/wsstgprdphotosonic01.blob.core.windows.net\/photosonic\/8b453f1e-3942-4c4f-a75f-d8f090a18060.WEBP?st=2026-04-09T15%3A01%3A57Z&amp;se=2026-04-16T15%3A01%3A57Z&amp;sp=r&amp;sv=2025-05-05&amp;sr=b&amp;sig=Qp6PWmuO53Trwhwg%2BpCRoflQKPunlhB8qSuItITFijY%3D\" alt=\"Elderly woman in a cozy sweater reading a book at a wooden table by a window with plants and a steaming cup nearby.\"> Von dem was bleibt ist oft mehr als wir denken, wenn wir vor Ver\u00e4nderungen stehen. Wir neigen dazu, Wandel als radikalen Bruch zu betrachten, der alles Bisherige ausl\u00f6scht. Tats\u00e4chlich scheitern Ver\u00e4nderungsprozesse heute nicht am fehlenden Wissen, sondern daran, dass wir die Bedeutung dessen \u00fcbersehen, was Bestand hat. Die Frage &#8222;was ist geblieben von dem was bleibt&#8220; wird dabei zunehmend relevanter, insbesondere in einer Zeit, in der demografischer Wandel, Digitalisierung und gesellschaftliche Transformationen unseren Alltag pr\u00e4gen.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, warum Ver\u00e4nderung nicht alles ausl\u00f6scht, welche unsichtbaren Anker uns durch Wandlungsprozesse tragen und wie das bewusste Bewahren von Bestehendem nachhaltigen Wandel erst erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was Ver\u00e4nderung wirklich bedeutet<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Unterschied zwischen Wandel und Verlust<\/h3>\n\n\n\n<p><a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.controllingportal.de\/Fachinfo\/Funktional\/Wandel-oder-Transformation.html\">Wandel ist der Normalzustand<\/a>. Weder Wirtschaft noch Gesellschaft sind statisch. Grunds\u00e4tzlich bezeichnen wir mit Wandel einen kontinuierlichen Prozess, der sich ohnehin vollzieht. Transformation hingegen steht f\u00fcr tiefgreifende Umstrukturierungen, bei denen Unternehmensidentit\u00e4t, Kultur und Struktur grundlegend \u00fcberdacht werden. Der entscheidende Punkt: Wandel kann ich nicht direkt beeinflussen, er geschieht. Ver\u00e4nderung dagegen l\u00e4sst sich planen, organisieren und aktiv gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus systemtheoretischer Sicht ben\u00f6tigt jede intendierte Transformation Energie. Systeme neigen dazu, den aktuell niedrigsten Energiezustand einzunehmen. Wenn wir ein System aus diesem Zustand bewegen wollen, m\u00fcssen wir Energie zuf\u00fchren. Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle: die Wandlungsbereitschaft, also die subjektive Wahrnehmung der Notwendigkeit, und die Wandlungsf\u00e4higkeit, das tats\u00e4chliche K\u00f6nnen der Beteiligten. Die Unterscheidung zwischen fixed mindset und growth mindset pr\u00e4gt dabei unseren Umgang mit R\u00fcckschl\u00e4gen erheblich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum wir Ver\u00e4nderung oft als Bedrohung wahrnehmen<\/h3>\n\n\n\n<p><a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/pulse\/psychology-resistance-change-why-happens-how-overcome-di-pasquale-sde5f?tl=de\">Unser Gehirn ist so verdrahtet, dass es Unsicherheit als potenzielle Bedrohung sieht<\/a>. Wir durchlaufen bei Ver\u00e4nderungen sieben Phasen, beginnend mit Schock \u00fcber das Festhalten bis hin zur Integration. Drei Hauptgr\u00fcnde stehen hinter unserem Widerstand: das Nicht-Wollen durch Willensbarrieren, das Nicht-K\u00f6nnen aufgrund fehlender F\u00e4higkeiten und das Nicht-Wissen, wenn der neue Zustand ungewiss erscheint.<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen nehmen oft eher Ungl\u00fccklichsein in Kauf und verharren in unerfreulichen Situationen. Je weiter ein neues Ziel von dem entfernt ist, was wir kennen, desto gr\u00f6\u00dfer wird die Angst vor dem Scheitern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Rolle von Kontinuit\u00e4t in Transformationsprozessen<\/h3>\n\n\n\n<p>Echte Kontinuit\u00e4t bedeutet nicht Stillstand, sondern das Wesentliche zu bewahren und gleichzeitig anpassungsf\u00e4hig zu bleiben. Stabilit\u00e4t bildet die Grundlage, auf der neue Ver\u00e4nderungen aufgebaut werden k\u00f6nnen. Ohne diese Basis w\u00e4re jeder Fortschritt wie eine Burg auf Sand.<\/p>\n\n\n\n<p>Aktionismus, der als Wandel verkauft wird, untergr\u00e4bt die eigentliche Kraft zukunftsf\u00e4higer Organisationen. Ersch\u00f6pfte Organisationen lernen nicht. Vielmehr braucht es Phasen der Stabilit\u00e4t, um Errungenschaften zu zementieren. Von dem was bleibt, ist genau dieser stabile Kern, der Wandel erst erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die unsichtbaren Anker: Was bei Ver\u00e4nderungen bestehen bleibt<\/h2>\n\n\n\n<p>Bestimmte Elemente unserer Pers\u00f6nlichkeit bleiben bemerkenswert stabil, selbst wenn sich unser Leben radikal ver\u00e4ndert. Diese unsichtbaren Anker geben uns Halt, ohne dass wir uns ihrer immer bewusst sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Grundwerte und pers\u00f6nliche \u00dcberzeugungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Die meisten Glaubenss\u00e4tze <a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/akademie-individualpsychologie.ch\/glaubensaetze\/\">stammen aus den Kindertagen<\/a>. Wir h\u00f6ren sie entweder direkt oder erschlie\u00dfen sie durch Beobachtung unseres Umfelds. Diese tief verankerten \u00dcberzeugungen empfinden wir als unbedingt wahr, weshalb sie gro\u00dfen Einfluss auf unser Denken, F\u00fchlen und Handeln haben. Dabei sind \u00dcberzeugungen die Essenz unserer Erfahrungen. Wir verinnerlichen, was wir erleben, und verallgemeinern diese Erlebnisse zur Grundlage unserer Denkweise.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich bildet der Kern die <a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/erkenneneuewege.de\/eine-uebersicht-ueber-das-kern-schalen-modell-teil-1\/\">tiefste Ebene unserer Pers\u00f6nlichkeit<\/a>. Hier verankern sich fundamentale Aspekte, die im Laufe des Lebens relativ stabil bleiben. Dieser Kern enth\u00e4lt grundlegende Werte, \u00dcberzeugungen und Bed\u00fcrfnisse, die unsere individuelle Identit\u00e4t pr\u00e4gen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erfahrungen und erworbene Kompetenzen<\/h3>\n\n\n\n<p>Wer Ver\u00e4nderungskompetenz entwickelt hat, leitet aus Erfahrungen Erkenntnisse ab und nutzt diese k\u00fcnftig. Die F\u00e4higkeit, neues Wissen mit bestehender Erfahrung zu verbinden, bleibt uns erhalten. Wir erproben aktiv verf\u00fcgbare Tools und Systeme, wobei das bereits Gelernte als Fundament dient.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Beziehungen und soziale Verbindungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Beziehungen sind Infrastruktur, nicht Begleitmusik. Strategien k\u00f6nnen klug sein, Prozesse k\u00f6nnen stehen, Tools k\u00f6nnen eingef\u00fchrt sein \u2013 trotzdem passiert zu wenig, wenn die Beziehungsebene fehlt. Wandel findet letztlich nur statt, weil eine Handvoll Personen ihn konsistent vorantreibt. Transformation gelingt oder scheitert an Beziehungen, die Bedeutung herstellen und zwischen Bereichen \u00fcbersetzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Identit\u00e4t als stabiler Kern<\/h3>\n\n\n\n<p>Identit\u00e4t beschreibt die erlebte, stabile Einheit der eigenen Person. Dieses Erleben personaler Kontinuit\u00e4t \u00fcber verschiedene Situationen entsteht durch Vergleich mit und Abgrenzung von anderen. Ein starkes Kern-Selbst erm\u00f6glicht ein koh\u00e4rentes und stabiles Selbstkonzept, w\u00e4hrend es gleichzeitig ein tiefes Gef\u00fchl von Kontinuit\u00e4t und Identit\u00e4t bereitstellt. Was ist geblieben von dem was bleibt? Im Wesentlichen dieser personale Kern, der uns durch alle Transformationen tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum das Bewahren von Bestehendem Ver\u00e4nderung erst erm\u00f6glicht<\/h2>\n\n\n\n<p>Stabilit\u00e4t erscheint auf den ersten Blick als Gegensatz zu Wandel. Tats\u00e4chlich verh\u00e4lt es sich anders: Das Bewahren von Bestehendem schafft erst die Voraussetzungen f\u00fcr nachhaltige Ver\u00e4nderung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Notwendigkeit von Sicherheit f\u00fcr Wandel<\/h3>\n\n\n\n<p><a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.zukunftszentrum-ki.nrw\/psychologische-sicherheit-erfolgsfaktor-fuer-veraenderungsprozesse-und-fundament-fuer-lernen-und-innovation\/\">Psychologische Sicherheit<\/a> spielt eine zentrale Rolle f\u00fcr den Erfolg von Ver\u00e4nderungen. Sie ist entscheidend f\u00fcr gelingende Teamarbeit, Lernprozesse und echte Innovation. Nur in einem Umfeld, in dem sich Menschen sicher f\u00fchlen, k\u00f6nnen sie offen kommunizieren, Risiken eingehen und neue Wege vorschlagen, ohne Angst vor Ablehnung oder Sanktionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ver\u00e4nderungen bringen Unsicherheit und neue Anforderungen mit sich. In einem Umfeld ohne psychologische Sicherheit f\u00fchrt das h\u00e4ufig zu Widerst\u00e4nden, R\u00fcckzug oder Schweigen. Anders jedoch in einem sicheren Klima: Hier k\u00f6nnen Sorgen offen angesprochen, neue Vorschl\u00e4ge eingebracht und Fehler als Lernchancen gesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie Wurzeln Flexibilit\u00e4t schaffen<\/h3>\n\n\n\n<p>In der Psychologie gilt das <a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.psychotherapie-feller.de\/single-post\/wurzeln-die-psychologische-bedeutung-von-herkunft-zugeh%C3%B6rigkeit-und-identit%C3%A4t\">Empfinden tiefer Verwurzelung<\/a> als Schutzfaktor: Es st\u00e4rkt Resilienz, Sinnorientierung und Identit\u00e4t. Wurzeln liefern ein narratives Fundament, aus dem sich ergibt, wer wir sind. Diese Kontinuit\u00e4t wirkt stabilisierend.<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen mit starker Verwurzelung erfahren h\u00e4ufig eine h\u00f6here Resilienz gegen\u00fcber Stress und Wandel, weil sie eine stabile Basis haben. Der Umgang mit Wandel ist oft flexibler, weil das Fundament bekannt ist und als R\u00fcckhalt dient. Wurzeln wirken als Anker in Zeiten von Ver\u00e4nderung oder Unsicherheit.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Zusammenspiel von Alt und Neu<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei der Neugestaltung historischer R\u00e4ume zeigt sich beispielhaft, wie Alt und Neu harmonieren k\u00f6nnen. Der moderne Treppenhausbau integriert sich harmonisch ins Gesamtbild, indem er die Materialit\u00e4t und Farbgebung des Altbaus respektiert und gleichzeitig durch klare Linien auff\u00e4llt. Von dem was bleibt, bildet das Fundament, auf dem Neues entstehen kann, ohne den Charakter zu verlieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"684\" src=\"https:\/\/aroew.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/image-1024x684.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-115\" srcset=\"https:\/\/aroew.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/image-1024x684.png 1024w, https:\/\/aroew.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/image-300x200.png 300w, https:\/\/aroew.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/image-768x513.png 768w, https:\/\/aroew.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/image.png 1056w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Von dem was bleibt: Praktische Ans\u00e4tze f\u00fcr nachhaltigen Wandel<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was Sie bewusst bewahren sollten<\/h3>\n\n\n\n<p>Formulieren Sie zun\u00e4chst Bewahrungsziele mit der gleichen Sorgfalt wie Ver\u00e4nderungsziele. Diese sind kein Sammelbecken billiger Tr\u00f6stungen, sondern ernst gemeinte Pr\u00fcfkriterien f\u00fcr Ver\u00e4nderungsma\u00dfnahmen. In diese Rubrik geh\u00f6rt nur das wirkliche &#8222;Familiensilber&#8220;, also das, was aus wichtigen Gr\u00fcnden tats\u00e4chlich der Bewahrung wert ist. Bewahrungsziele r\u00e4umen Widerst\u00e4nde aus, die sich aus der Sorge speisen, wertvolle Errungenschaften k\u00f6nnten zerst\u00f6rt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie Sie das Wertvolle identifizieren<\/h3>\n\n\n\n<p>Reden Sie zu Beginn eines Ver\u00e4nderungsvorhabens \u00fcber das, was gut und erhaltenswert ist, mit der gleichen Ausf\u00fchrlichkeit wie \u00fcber die Ver\u00e4nderungsziele. Vermeiden Sie eine einseitig negative Betrachtung. Die Bewahrungsziele geben Ihnen ein wertvolles Hilfsmittel f\u00fcr die Ausgestaltung der Ver\u00e4nderungen. Ernsthaft in Betracht kommen nur die Ma\u00dfnahmen, welche die Bewahrungsziele nicht beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Balance zwischen Loslassen und Festhalten<\/h3>\n\n\n\n<p>Fragen Sie sich: An was halte ich eigentlich noch fest? Das Problem liegt nicht im Loslassen selbst, sondern darin, dass Sie vielleicht nicht verstehen, warum Sie \u00fcberhaupt so festhalten. Loslassen bedeutet, das Vergangene anzunehmen und den Blick ins Hier und Jetzt zu lenken. Dabei geht es nicht darum, alles loszulassen, sondern das, was in einer Situation nicht war und nicht sein konnte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ver\u00e4nderung als Erg\u00e4nzung statt Ersatz<\/h3>\n\n\n\n<p><a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/wirsindderwandel.de\/transformation\/ki-in-der-arbeitswelt-ergaenzen-statt-ersetzen\/\">K\u00fcnstliche Intelligenz schafft keine Jobs ab<\/a>, sie ver\u00e4ndert sie. Es geht nicht um Ersatz, sondern um Erweiterung. KI ersetzt intellektuelle Arbeit nicht, sie wertet sie auf. New Work und Future of Work erg\u00e4nzen sich ideal: New Work schafft eine Kultur, in der Menschen gerne arbeiten, Future of Work stellt die Voraussetzungen daf\u00fcr bereit.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist geblieben von dem was bleibt: Reflexionsfragen f\u00fcr den eigenen Weg<\/h3>\n\n\n\n<p>Stellen Sie sich folgende Fragen: Was kann ich loslassen? Wovon m\u00f6chte ich in meinem Leben weniger, wovon mehr? Was h\u00e4lt mich davon ab, das Leben zu leben, das ich leben m\u00f6chte? Was finde ich in meinem Leben am wichtigsten, und was mache ich aktuell daf\u00fcr?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlussfolgerung<\/h2>\n\n\n\n<p>Ver\u00e4nderung l\u00f6scht grunds\u00e4tzlich nicht aus, was uns ausmacht. Vielmehr erm\u00f6glicht das bewusste Bewahren von Werten, Beziehungen und Kompetenzen erst nachhaltigen Wandel. Formulieren Sie Bewahrungsziele ebenso sorgf\u00e4ltig wie Ver\u00e4nderungsziele. Nutzen Sie Ihre Wurzeln als stabiles Fundament, von dem aus Sie flexibel agieren k\u00f6nnen. Wandel gelingt dann am besten, wenn wir verstehen: Das Wertvolle zu sch\u00fctzen und gleichzeitig aufgeschlossen f\u00fcr Neues zu bleiben, sind keine Gegens\u00e4tze, sondern Partner.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">FAQs<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Q1. Warum f\u00e4llt es uns so schwer, Ver\u00e4nderungen anzunehmen?<\/strong> Unser Gehirn ist darauf programmiert, Unsicherheit als potenzielle Bedrohung wahrzunehmen. Ver\u00e4nderungen bedeuten oft, dass wir vertraute Strukturen verlassen m\u00fcssen, was \u00c4ngste ausl\u00f6st. Drei Hauptgr\u00fcnde stehen hinter unserem Widerstand: das Nicht-Wollen durch innere Blockaden, das Nicht-K\u00f6nnen aufgrund fehlender F\u00e4higkeiten und das Nicht-Wissen, wenn der neue Zustand ungewiss erscheint. Menschen nehmen oft lieber Unzufriedenheit in Kauf, als sich auf Unbekanntes einzulassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Q2. Was bleibt von unserer Pers\u00f6nlichkeit trotz gro\u00dfer Ver\u00e4nderungen erhalten?<\/strong> Bestimmte Kernelemente bleiben bemerkenswert stabil: Grundwerte und pers\u00f6nliche \u00dcberzeugungen, die meist aus der Kindheit stammen, bilden die tiefste Ebene unserer Pers\u00f6nlichkeit. Auch erworbene Kompetenzen und Erfahrungen gehen nicht verloren. Beziehungen und soziale Verbindungen sowie unsere grundlegende Identit\u00e4t \u2013 das Erleben personaler Kontinuit\u00e4t \u2013 bleiben als unsichtbare Anker bestehen und geben uns Halt durch alle Transformationen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Q3. Wie kann Stabilit\u00e4t Ver\u00e4nderung \u00fcberhaupt f\u00f6rdern?<\/strong> Psychologische Sicherheit ist entscheidend f\u00fcr erfolgreiche Ver\u00e4nderungsprozesse. Nur in einem Umfeld, in dem sich Menschen sicher f\u00fchlen, k\u00f6nnen sie offen kommunizieren, Risiken eingehen und neue Wege vorschlagen. Tiefe Verwurzelung st\u00e4rkt die Resilienz und erm\u00f6glicht paradoxerweise einen flexibleren Umgang mit Wandel, weil ein stabiles Fundament als R\u00fcckhalt dient. Ohne diese Basis w\u00e4re jeder Fortschritt wie eine Burg auf Sand.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Q4. Sollte man bei Ver\u00e4nderungen auch bewusst etwas bewahren?<\/strong> Ja, unbedingt. Formulieren Sie Bewahrungsziele mit der gleichen Sorgfalt wie Ver\u00e4nderungsziele. In diese Kategorie geh\u00f6rt nur das wirkliche &#8222;Familiensilber&#8220; \u2013 das, was aus wichtigen Gr\u00fcnden tats\u00e4chlich der Bewahrung wert ist. Bewahrungsziele r\u00e4umen Widerst\u00e4nde aus, die sich aus der Sorge speisen, wertvolle Errungenschaften k\u00f6nnten zerst\u00f6rt werden, und geben wertvolle Orientierung f\u00fcr die Ausgestaltung von Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Q5. Wie findet man die richtige Balance zwischen Loslassen und Festhalten?<\/strong> Fragen Sie sich zun\u00e4chst, woran Sie eigentlich festhalten und warum. Loslassen bedeutet nicht, alles aufzugeben, sondern das Vergangene anzunehmen und den Blick ins Hier und Jetzt zu lenken. Ver\u00e4nderung sollte als Erg\u00e4nzung statt als Ersatz verstanden werden \u2013 \u00e4hnlich wie neue Technologien bestehende F\u00e4higkeiten erweitern, nicht ersetzen. Reflektieren Sie regelm\u00e4\u00dfig: Was m\u00f6chte ich in meinem Leben bewahren, und was kann ich getrost loslassen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von dem was bleibt ist oft mehr als wir denken, wenn wir vor Ver\u00e4nderungen stehen. Wir neigen dazu, Wandel als radikalen Bruch zu betrachten, der alles Bisherige ausl\u00f6scht. Tats\u00e4chlich scheitern Ver\u00e4nderungsprozesse heute nicht am fehlenden Wissen, sondern daran, dass wir die Bedeutung dessen \u00fcbersehen, was Bestand hat. 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